Nihilo - Doom

  • D.P.
  • 14. Januar 2019 18:35

Cover und Artwork von diesem Album lassen auf den ersten Blick auf Black Metal in Necroproduktion oder den in den letzten Jahren aufgekommenen Stil namens Caverncore schliessen, doch das Klangkostüm ist überraschend klar und verständlich und die Musikproduktion hört sich durch die Arbeit von Remo Häberli wie aus einem Guss an.

Bei ABUSE OF CONFIDENCE webt der Anfangsriff den Hörer bedrohlich wie eine Giftspinne in das Album ein, bevor der Song an Fahrt gewinnt. Die Leadgitarre squealt melodiös über einem nackenschmerzenden Groove.
Bei DEATH PREVAILS wird in den folgenden vier Zeilen (Hard times are behind us / We rebuild everything / Back to normal life / Because death prevails) vom Sänger Ragulan Vivekananthan die Stärke der Menschen trotz des vorherrschenden Todes hervorgehoben. Im Gegensatz zu gewissen anderen Metalbands beweist dies mehr Reife, als nur Texte über Tod, Verzweiflung und Hass zu schreiben. DECEPTION OF EXISTENCE reitet in einem Zug durch, bevor gegen Ende des Songs ein langsamer Rhythmus den Hörer nicht gehen lässt, ohne dass die aufheulende Gitarre einem gehörig die Meinung gegeigt hat.
Textlich dürfte klar sein, um wen es bei ORANGE HAZARD geht: alle kennen einen twitternden, untersetzten Milliardär mit kleinen Händen, grossem Ego und zweifelhaftem Frisurengeschmack, dessen Vorname mit einer halbnackten Cartoon-Ente geteilt wird.


DECEPTIVE WORLD breitet sich schnell und unheilvoll über die Ohren aus und ANTICHRIST verstärkt sich durch die Guest-Vocals von Dallas Toler-Wade und lässt den Track noch kraftvoller erscheinen.

Der titelgebende Track DOOM erhält gegen Ende eine majestätische Note, in dem ein hypnotischer, schwarz gefärbter Riff den langsamen aber sicheren Untergang beschwört.
Die Vocals von Ragulan Vivekananthan klingen roh und schmutzig, was sich mit der Musik sehr gut ergänzt. DEATH PREVAILS und ORANGE HAZARD bieten gute Beispiele dieser Mischung. Die Musik an sich ist klar nachvollziehbar und durch die Soundqualität macht es Spass, die Songs zu hören.
‘Doom’ erfindet nicht das Rad neu und versucht auch nicht krampfhaft, in neue musikalische Landschaften einzudringen. Nihilo bieten mit ‘Doom’ knackigen Death Metal mit solidem Handwerk, der jedem Death Metal Enthusiasten gefallen könnte. Manchmal ist etwas Anderes gar nicht nötig.


(Autor Review: J.M.)