Ølten - Ambiance

  • P.W.
  • 16. Februar 2019 23:14

ØLTEN spielen instrumentalen Post-Metal / Sludge (oder „Heavy-Rock-Porn-Sludge-Instrumental“, wie ØLTEN Ihren Stil selber definieren) der sich irgendwo zwischen Cult of Luna, Neurosis und Russian Circles bewegt.

Der Anfang der Platte macht „Igelkott“, der sich mit einem ruhigen, fast psychedelisch wirkenden Beginn zu einem gewaltigen Sturm aus Gitarrenwänden ausweitet, der unbarmherzig auf den Höher niederschlägt. „Lied“ beginnt ähnlich, mit einer einfachen Melodie, die eine schwer zu beschreibende angsterfüllte Atmosphäre erzeugt die an Wälder und alte, verlassene Orte erinnert und sich wiederum in einem gewaltigen Gewitter entlädt.

„Sludge“ ist eigentlich selbsterklärend und kommt im Gegensatz zu den anderen Stücken auf der Platte ziemlich schnell auf den Punkt. Alle Genre-Relevanten Eigenheiten mit dreckigen, dicken Gitarren und einem rumpelnden, schweren Bass werden repräsentiert. Bei "Klark" holten sich ØLTEN Unterstützung von Cult Of Luna Gitarrist Johannes Persson. Mit der schummrigen Melodie von „Popoutro“, das so in jeden Horrorfilm passen würde beginnt die Überleitung zum letzten Track auf dem Album „Pope“, das sich mit dieser Melodie zu einem komplexen Biest entwickelt und einen würdigen Abschluss bietet.

Den auf dem Erstlingswerk „Mode“ eingeschlagenen Weg gehen ØLTEN mit Ambiance konsequent weiter. Knurrender, in den Vordergrund gestellter Bass, druckvolle, raue Gitarrenarbeit und eine Produktion die die Atmosphäre der Songs perfekt vermittelt. Ambiance wurde Live aufgenommen, die einzelnen Instrumente klingen so wie sie klingen sollen, natürlich und ohne unnötigen Firlefanz. 

Auch nach mehreren Durchgängen nutzt sich die Platte kaum ab. Das liegt auch an den nicht endlos ausgeweiteten Songs, die bei den Genre-Mitstreitern gerne mal eine gewisse Langeweile aufkommen lassen. Es passiert ständig etwas, gewisse Strukturen und Spannungsbögen sind vorhanden und trotz (oder gerade dank) fehlender Vocals lassen sich immer wieder kleine, musikalische Glanzmomente finden.

Ich hatte sehr viel Spass beim Hören dieser Platte und Fans von Cult of Luna und ähnlichen Post-Metal Bands, die auf der Suche nach kurzweiligem, energiegeladenem Metal mit einer gewissen „Ambiance“ sind können hier bedenkenlos zugreifen.

Das die Jungs die Wucht der 2 Alben auch auf der Bühne perfekt erzeugen können haben Sie bereits mehrfach bewiesen. Nicht verpassen!

23. März              Met-Bar,Lenzburg

19. April               Sedel,Luzern

20. April               Espaceculturel Le Nouveau Monde, Fribourg

 

Anspieltipps : Igelkott, Raus, Lied, Sludge