Ausblick aufs Baden in Blut 2026
Das gemütlichste Festival der Welt öffnet auch heuer wieder seine Tore für Metalheads, die auf hochkommerzialisierte, bis auf den letzten Cent durchgetaktete Festivals schlicht keinen Bock mehr haben. Das Team von heavymetal.ch war in den letzten Jahren mehrfach für euch vor Ort und hat jedes Mal begeistert von der entspannten Atmosphäre berichtet: kein Gedränge vor den Bühnen, genug Platz für alle, eine grossartige Bierauswahl und dazu noch vergleichsweise faire Preise. Genau das macht dieses Festival so besonders - und daran wird sich auch dieses Jahr nichts ändern. Wir freuen uns einmal mehr auf das bewährte Leitmotiv des Festivals: HerzBLUT – Baden in BLUT. Here we go! Nach dem grossen 20-jährigen Jubiläums-Highlight im letzten Jahr mit drei Festivaltagen geht es dieses Mal wieder zurück zu zwei Tagen geballter metallischer Wucht. Noch sind nicht ganz alle Bands bekannt, doch diese hochkarätige Besetzung steht bereits fest und lässt die Vorfreude ordentlich steigen:
Satyricon (NO):
Ein absolutes Prunkstück des diesjährigen Line-Ups. Wer die Band um Mastermind Satyr und Drummer Frost heute live erlebt, sieht eine Formation, die die Grenzen des Black Metal wie kaum eine zweite verschoben hat. Ihre Reise begann in den frühen 90-ern als Speerspitze der zweiten Black-Metal-Welle. Stehen geblieben sind sie aber nie: Über die Jahre entwickelten sie sich von rasenden Blastbeats weg hin zu einem massiven, groovenden ‚Black ’n’ Roll‘, der mit Alben wie "Now, Diabolical" oder "The Age of Nero" Respekt über Genregrenzen hinaus erlangte. Heute verbinden sie nordische Kälte mit einer fast schon rockigen Präzision und einer majestätischen Aura. Minimalistisch, Monolithisch und Ultra-Schwarz.
Pain (SE):
Der Peter scheint sich in der südbadischen Mittelstadt sichtlich wohlzufühlen. Nachdem er bereits im letzten Jahr mit seiner Death-Metal-Walze Hypocrisy den Acker gepflügt hat, kehrt er nun quasi als Wiederholungstäter zurück – dieses Mal allerdings mit deutlich mehr Tanzbarkeit und Synthesizern im Gepäck. Wer nach so viel Finsternis und Thrash-Gewitter Lust auf eine ordentliche Party hat, bekommt die volle Bedienung. Pain kombinieren harten Metal mit elektronischen Beats und Industrial-Einflüssen zu einer Mischung, die gnadenlos in die Beine geht. Hits wie 'Shut Your Mouth' sind absolute Live-Garanten.
Vader (PL):
Wie kaum eine andere Band im Death Metal ist Vader eine absolute Konstante und zählt zu den prägendsten Vertretern dieses Genres. Seit den frühen 1990er-Jahren liefern die Polen verlässlich hohe Qualität ab - grosse Enttäuschungen oder grundlegende Veränderungen gab es nie. Technisch präziser Death Metal mit starken Thrash-Einflüssen und absoluter Fast Forward-Energie. Wir freuen uns!
Gaerea (PT):
Verdammt schnell international etabliert hat sich Gaerea aus Porto. Gaerea kombinieren klassische Black-Metal-Elemente mit atmosphärischen, post-metallischen und progressiven Einflüssen und das machen sie verdammt gut. Werke wie «Limbo» oder «Mirage» zählen zu den absoluten Highlights der Neuzeit. Das geplante neue Album «Loss» dürfte bis zum Festival bereits bestens ohrvertraut sein.
Hippotraktor (BE):
Schwerfällig wie ein Nilpferd, kraftvoll wie eine Maschine: Die Belgier machen ihrem Namen alle Ehre. Hippotraktor weben komplexe, progressive Strukturen in ein episches Klanggewand, das irgendwo zwischen Post-Metal und atmosphärischem Hardcore schwebt. Dass sie beim selben Label wie The Ocean unter Vertrag stehen, ist kein Zufall - der Vergleich der klanglichen Wucht liegt auf der Hand. Für das Baden in Blut ist diese Band ein absoluter Glücksgriff. Wer sich noch an den Auftritt von Brutus aus einem der Vorjahre erinnert, weiss, wie gut diese spezielle, emotionale Atmosphäre auf die Konzertwiese passt. Am besten entfaltet sich das Spektakel wohl genau dann, wenn sich die Sonne langsam hinter der Bühne verabschiedet und die Musik mit der dämmernden Kulisse verschmilzt.
Torture Killer (FI):
Ganz so stumpf, wie der Name vermuten lässt, sind Torture Killer keineswegs – naja, vielleicht ein kleines bisschen. Aber mal ehrlich: Gehört zum Death Metal halt dazu! Die Finnen sind die ultimative Anlaufstelle für alle Six Feet Under-Verehrer, die sich hier sofort wie zu Hause fühlen werden. Der Anspruch der Band ist dabei herrlich ehrlich: Es gibt fetten, höchst groovigen Death Metal ohne unnötigen Schnickschnack, dafür mit einer ordentlichen Portion Nacken. Wer wissen will, was ihn beim Baden in Blut erwartet, sollte unbedingt in das Album "Swarm" reinhören. Freut euch drauf!
Emil Bulls (DE):
Die gibt’s noch? Wer in seinen jungen Jahren Angel Delivery Service abgefeiert hat, wird beim Namen Emil Bulls sofort in Nostalgie schwelgen. Doch während wir vielleicht älter geworden sind, scheinen die Münchner den Jungbrunnen gefunden zu haben: Spätestens mit ihrem 2024er Erfolgsalbum „Love Will Fix It“ haben sie bewiesen, dass sie heute (fast) noch genau so frisch klingen wie damals. Die Bulls sind und bleiben die ultimative Gute-Laune-Band des Modern Metal. Sicher, über die Lyrics kann man eher weniger philosophieren – aber eines muss man ihnen lassen: Sie haben ein unfehlbares Händchen für passende Arrangements und Ohrwürmer, die sich unwiderruflich im Gehörgang festsetzen.
Swallow The Sun (FI):
Wenn es eine Band versteht, die Schönheit der Finsternis einzufangen, dann sind es wohl die Finnen von Swallow the Sun. Die sympathischen Trauerweiden schaffen beim Baden in Blut einen tiefmelancholischen Kontrast zum hochgetakteten Geprügel. Bleierne Schwere trifft auf zerbrechliche Melodien. Fans von Katatonia oder Insomnium werden hier voll auf ihre Kosten kommen.
Mit Onslaught gibt es eine ordentliche Ladung Old-School-Thrash auf die Ohren, die keinen Nackenwirbel an seinem Platz lassen wird. Für Liebhaber von Lederkutte und okkulter Atmosphäre sind zudem The Night Eternal mit an Bord: Die Band wird euch mit ihren zweistimmigen Gitarrenleads und dieser ganz besonderen, düster-nostalgischen Aura direkt in den Bann ziehen. Wer es epischer mag, sollte sich auf Dark Oath freuen, die mit ihrem symphonischen Black/Death Metal für die ganz grosse Leinwand (und ordentlich Gänsehaut) sorgen. Und natürlich darf auch eine CH-Band nicht fehlen: Expellow werden mit ihrem schweisstreibenden Metalcore einmal mehr beweisen, dass die hiesige Szene in Sachen Energie absolut nichts zu verstecken hat.
Das wars dann auch schon mit dem diesjährigen Line-Up. ..FAST! nur der Gewinner des «Blood Battle» fehlt noch in der Liste. Ihr wollt mitentscheiden? Dann sichert euch eines der letzten 240 Tickets für schmale 15 Euro. Wer sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen will: Tickets gibt es direkt im Shop der Metal Maniacs Markgräflerland. Rund 65% der Tickets sind bereits verkauft. Auch in diesem Jahr steuert das Festival zügig auf den Ausverkauf zu. Sichert euch euren Einlass direkt unter www.metal-maniacs.eu/shop
Und noch ein kleiner Insider: Ich bin normalerweise kein grosser Merch-Jäger, aber das letztjährige BiB-Badetuch ist der absolute Überhammer! Ich überlege ernsthaft, mir direkt zwei davon zu sichern. Greift zu, bevor ich das Lager leer kaufe!
Text von P. Weber
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